Landschaftsleitbild Südtirol


Auftraggeber: Autonome Provinz Bozen / Südtirol, Abteilung 28 Natur und Landschaft
Art: Strategisches Gesamtkonzept
Planung: 1997 - 2001
Umsetzung: 2002 - 2010

Projektbeschreibung:

panorama

Im bisherigen Naturschutz haben strategische Überlegungen im Sinne von Gesamtkonzepten noch keine lange Tradition. Erst in den letzen Jahren gingen Verwaltungsstellen dazu über, landesweite Natur- und Landschaftsschutzprogramme zu entwerfen. Im 1994 verabschiedeten Landesentwicklungs- und Raumordnungsplan „Lerop - Südtirol 2000" ist die Erstellung eines Landschaftsleitbildes als Fachplan neben anderen sektoralen Plänen - wie Energie-, Schipisten- und Sportstättenplan - vorgesehen.

Leistungen RaumUmwelt®Planungs-GmbH:

In der Arbeit wurden von RaumUmwelt®Planungs-GmbH in einem interdisziplinären Team u.a. folgende Leistungen erbracht:


  • Analyse der Ausgangslage des Natur- und Landschaftsschutzes in Südtirol
  • Direkte Zusammenarbeit mit Vertretern der betroffenen Verwaltungsabteilungen
  • Begleitung von Diskussionsrunden mit Interessensvertretern
  • Entwicklung eines strategischen Gesamtkonzeptes für den Natur- und Landschaftsschutz
  • Systematische Behandlung sämtlicher Anregungen und Kritikpunkte von Gemeindevertretern und der Öffentlichkeit
  • Erarbeitung einer öffentlichkeitswirksamen Publikation

Nachhaltige Landnutzung:

landschaft

Im Lerop wurden der Vorrang von Raum und Ökologie und die Erhaltung von Natur und Landschaft als Grundsätze für die zukünftige Entwicklung festgeschrieben. Das Landschaftsleitbild soll in diesem Sinn als umsetzungsorientiertes Strategiekonzept die ökologischen Leitplanken für eine nachhaltige und damit langfristige Sicherung der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen setzen. Als oberster Leitsatz dient dabei die Verfolgung eines integrativen Ansatzes. Das Ziel „Naturschutz auf der ganzen Fläche" soll vorrangig über die Landschaftsnutzer umgesetzt werden, wobei speziell Land- und Forstwirtschaft eine herausragende Rolle zukommt.

Dabei gilt die Herausforderung nach dem Aufbau von Kooperationsmodellen. Mit dem Grundsatz: „So wenig gesetzliche Regelung wie unbedingt notwendig, so viel Vertragsnaturschutz auf freiwilliger Basis wie möglich.", sollen die Ziele eines zeitgemäßen Natur- und Landschaftsschutzes erreicht werden.

Ein Schwerpunkt des Landschaftsleitbildes liegt in der Analyse der Abhängigkeiten des Natur- und Landschaftsschutzes zu bestimmten Landnutzungsformen, wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagd, Wasserwirtschaft und Energie, Tourismus, Freizeit und Erholung sowie Raumplanung. Dadurch daß diese Landnutzungsformen große Flächen bewirtschaften und über eine hohe Eingriffskompetenz verfügen haben sie eine wesentliche Verantwortung für den Natur- und Landschaftsschutz. In diesem Zusammenhang wurde auch ein „Brückenschlag" zu anderen Fachplänen (Energie, Tourismus, Skipisten, Sportstätten) vorgenommen, indem für das Landschaftsleitbild relevante Aussagen gezielt integriert wurden.

Um den Natur- und Landschaftsschutz wirksamer umzusetzen, wurden Maßnahmen auf spezielle Landschafts­einheiten (z. B. Siedlungsraum, Obstbaudominierte Zonen, Alpine Lagen etc.) abgestimmt, die durch ihre jeweils typischen Nutzungsformen und Sensibilitäten unterschiedliche Lösungsansätze und Maßnahmen erfordern.

Ergebnis:

Maßnahmen

Der Fachplan Landschaft wurde im Herbst 2002 von der Südtiroler Landesregierung verordnet. Er bildet jetzt die Grundlage für die zukünftige Ausrichtung des Natur- und Landschaftsschutzes in Südtirol nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit und damit für die Arbeitsschwerpunkte der kommenden Jahre.

Daneben wurde eine Publikation erarbeitet, um die Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes den Landnutzern und der Öffentlichkeit näher zu bringen. Denn nur über das Verständnis der verschiedenen Akteure über Problemstellungen und Herausforderungen kann die nachhaltige Sicherung der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen gewährleistet werden.

Öffentlichkeitsarbeit:

Der integrative Ansatz des Landschaftsleitbildes zeigt sich neben dem sektorübergreifenden Bearbeitungsumfang auch darin, daß während der Erarbeitung die betroffenen Verwaltungszweige und Institutionen, aber auch Gemeinden und Naturschutzorganisationen über Arbeitskreise und Einzelgespräche mit einbezogen wurden. Denn nur durch ein kooperatives Vorgehen ist der notwendige Konsens erzielbar.


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