Neubaustrecke (NBS) Wien – St. Pölten


Auftraggeber: HL-AG
Art: Raumanalyse, Variantenuntersuchung, Trassenauswahlverfahren, Umweltverträglichkeitserklärung, Erstellung Einreichoperate für Eisenbahnrechtliches und Naturschutzrechtliches Genehmigungsverfahren
Planung: 1990 – 2002

Leistungen RaumUmwelt®Planungs-GmbH:

In der Arbeit wurden von RaumUmwelt®Planungs-GmbH in einem interdisziplinären Team u.a. folgende Leistungen erbracht:


  • Ermittlung des Prüfumfanges für die Raumanalyse
  • Ausarbeitung einer mehrstufigen Raumanalyse
  • Ausscheidung von Zonen mit vergleichsweise konfliktarmen Trassenführungen
  • Durchführung eines systematischen und fachübergreifenden Auswahlprozeß
  • Schrittweise Überarbeitung sowie Gesamtbeurteilung von den relativ „besten“ vier Varianten
  • Vertiefte Bearbeitungen weiterer Trassenvarianten aufgrund von Eingaben
  • Begleitende Öffentlichkeitsarbeit in den betroffenen Gemeinden
  • Ausarbeitung des UVE-Konzeptes zur Anzeige der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVE)
  • Erstellung der UVE in den Themenbereichen Siedlungswesen, Ökologie, Landschaft, Boden, Klima
  • Trassenoptimierung im Zuge der Ausarbeitung der UVE
  • Erstellung des Einreichoperates für das Eisenbahnrechtliche Genehmigungsverfahren (2 Abschnitte)
  • Erstellung des Einreichoperates für das Naturschutzrechtliche Genehmigungsverf. ( 2 Abschnitte)
  • Erstellung von Begleitplanungen (Wegenetzpläne, Landschaftspläne, Visualisierungen)
  • Organisation und Abhaltung von Informationsveranstaltungen
  • Abwicklung von Behördenverfahren wie Kulturumwandlung, Waldfeststellung, Rodungsverfahren
  • Bearbeitung Landschaftspflegerische Begleitplanung (Erstellung von Detailplänen, etc.)

Projektbeschreibung:

Planausschnitt

Ausgangslage

Die bestehende Westbahnachse ist eine klassische Mischverkehrsstrecke , die von Fern- und Nahverkehr, Güter- und Personenverkehr aller Art intensiv genutzt wird. Sie ist eien der wichtigsten österreichischen Eisenbahnlinien, die derzeit so stark belastet ist, daß kaum zusätzlicher Verkehr aufgenommen werden kann, ohne eine Verschlechterung der Betriebsqualität in Kauf zu nehmen. Die an der Bestandsstrecke herrschenden ungünstigen Rahmenbedingungen laufen den Bemühungen der österreichischen Verkehrspolitik zuwider, den Schienen- gegenüber dem Straßenverkehr zu fördern, sowie im Ballungszentrum Wien die Attraktivität der öffentlichen Verkehrsmitteln zu steigern.

Seit der Öffnung des Ostens und der damit verbundenen Erhöhung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs steigt zunehmend auch die internationale Bedeutung der Westbahn. Studien belegen, daß die bestehende Schieneninfrastruktur zur Bewältigung des zunehmende Schienenverkehrs nicht mehr ausreicht. Die Neubaustrecke Wien – St. Pölten ist dabei eine wichtige Einzelmaßnahme im Gesamtzusammenhang des Westbahnausbaus.


Folgende Aspekte wurden im Rahmen der Raumanalyse, Trassenauswahlverfahren, UVE behandelt:

Planausschnitt
  • Erfassung der raumnutzerischen Gegebenheiten (Schutzinteressen)
  • Ausarbeitung von Konfliktzonen hinsichtlich der Neuerrichtung einer HL-Strecke
  • Erhebung und Analyse der bestehenden Siedlungsstruktur bzw. Siedlungsentwicklung
  • Erhebung und Analyse der Kulturlandschaft
  • Erhebung und Analyse der Naturwerte (Vegetation, Zoologie, Lebensräume)
  • Erhebung und Analyse der Land- und Forstwirtschaftlichen Struktur sowie Nutzungen
  • Feststellung der Auswirkungen im Themenbereich Siedlungswesen (Lärm, Erschütterungen, etc.)
  • Feststellung der Auswirkungen im Themenbereich Ökologie (Lebensraumverlust, Zerschneidung,etc.)
  • Feststellung der Auswirkungen im Themenbereich Landschaft (landschaftsbildliche Qualität, etc.)
  • Feststellung der Auswirkungen im Themenbereich Boden (Flächenverlust, Bodenverdichtung, etc.)
  • Feststellung der Auswirkungen für die Land- und Forstwirtschaft (Flächenverlust, Flurformen, etc.)
  • Festlegung von Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen in den genannten Themenbereichen

Optimierung und Beurteilung im Rahmen der UVE:

Planausschnitt

Die im Trassenauswahlverfahren festgelegte Trassenvariante 2/2a wurde als Vorschlagstrasse in das Prüfverfahren eingebracht. Aufgrund von Detailuntersuchungen sowie Eingaben wurden mehrere Trassenoptimierungen ausgeführt. In der Umweltverträglichkeitserklärung wurden neben der Ansprache Alternativvarianten inklusive Nullvariante sämtliche Auswirkungen des Vorhabens auf die Schutzgüter dargestellt (siehe nebenstehende Abbildung: Lärmemissionen im Bereich St. Pölten - Wagram). Im Fall von unvermeidbaren Auswirkungen wurden Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen festgelegt. Diese haben vorrangig die Einfügung des Bauwerkes in den bestehenden Landschaftsraum zum Ziel.

Nachgeordnete Genehmigungsverfahren als Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung:

Nach erfolgtem positiven Abschluß der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde das Vorhaben den nachgeordneten Genehmigungsverfahren nach dem Eisenbahnrecht (§ 36), dem Naturschutzrecht sowie dem Wasserrecht, etc. unterzogen. Zusätzlich waren weitere Behördenverfahren (Kulturumwandlung, Waldfeststellung, Rodungsverfahren, etc.) zur planungsrechtlichen Umsetzung des Vorhabens erforderlich. Derzeit ist die landschaftspflegerische Begleitplanung in Ausarbeitung, wo die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der Vorgaben des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens sowie unter Berücksichtigung weiterer Erkenntnisse weiter präzisiert werden.

Projektkoordination und Öffentlichkeitsarbeit:

Die gesamte Bearbeitung erfolgte in enger Koooperation der Bearbeitergruppen „Verkehr und Technik“ mit „Raum und Umwelt“, wodurch eine Interaktion zwischen den Fachbereichen ermöglicht wurde. Die Bearbeitung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber. Zusätzlich wurde eine projektbegleitende Arbeitsgruppe eingerichtet. Darin waren neben verwandten Behörden (Umweltanwaltschaft, etc.) auch politische Vertreter des Landes vertreten. Die Information der Standortgemeinden sowie anrainende Gemeinden erfolgte darüberhinaus in zahlreichen Informationsveranstaltungen (Präsentationen, Begehungen, Lärmdemonstrationen, Exkursionen, etc.) gemäß dem Bearbeitungsstand.


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