Verträglichkeitsstudie Verkehr Meran

Auftraggeber: Europäische Akademie Bozen
Art: Verkehrsplanung unter besonderer Berücksichtigung der Anschlussstellen des Stadtgebietes an die Schnellstraße Meran - Bozen
Planung: Planung: 2002-2003

Leistungen RaumUmwelt®Planungs-GmbH:

  • Analyse von Raumstruktur und -entwicklung sowie der verkehrlichen Situation
  • Auswertung von bestehenden Verkehrskonzepten und -planungen und Aufbereitung zu Maßnahmenpaketen
  • Entwicklung von Szenarien der Stadt- und Verkehrsentwicklung
  • Entwicklung eines Sets von Beurteilungskriterien hinsichtlich Nachhaltigkeit und Raumverträglichkeit
  • Bewertung der Entwicklungsszenarien
  • Öffentlichkeitsarbeit für die Vorbereitung einer Volksabstimmung
  • Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsgremien und Interessenvertretungen

Ausgangslage

Seit Jahren sorgt der Anschluss des Passeiertal an die Straßenverbindung Reschen - Bozen (MeBo) für rege Diskussion. Zwangsweise fließt der gesamte Verkehr aus und in das Tal derzeit durch die Stadt Meran. Zur Lösung des Problems bedarf es eines umfassenden Verkehrskonzeptes, welches die besonderen Bedürfnisse der Kurstadt Meran als auch des Durchzugsverkehrs berücksichtigt.

Eine begleitende Verkehrsplanung hat das Ziel, unter bestehenden und neu entwickelbaren Vorschlägen die bestgeeignetste Lösung auszuwählen und diese auf ihre verkehrliche, stadtplanerische und umwelthygienische Wirkung zu überprüfen. Es wird eine planerische Aufbereitung der gesamten Verkehrsunterlagen im Zuge einer Raumverträglichkeitsprüfung (RVP) angestrebt. Kernstück der RVP in diesem Falle ist die städtebauliche Beurteilung von Verkehrsfolgen.

Analyse des bestehenden Materials

Da für Meran und Meran Umfeld bereits eine Reihe von Verkehrsstudien seit 1990 vorliegen, bedarf es in einem ersten Schritt einer Aufbereitung des bestehenden Materials. Die Verkehrsdaten der Studien sind veraltet, daher besteht die Notwendigkeit der Aktualisierung der Unterlagen. Mittels acht Zählstationen im Raum Meran werden Stundenwerte pro Tag ermittelt; weiters erfolgen an zwei Tagen Verkehrsbefragungen.

Entwicklung gesamthafter Verkehrslösungen

Seit Jahren wird in Meran und in der Umgebung über geeignete Lösungen für die Verkehrssituation nachgedacht. Die Vorschläge reichen vom Bau neuer Infrastrukturen, über die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs bis hin zu verkehrsberuhigenden Maßnahmen.

In der öffentlichen und auch politischen Diskussion konzentriert sich die Diskussion derzeit jedoch vorwiegend auf die Errichtung neuer Infrastrukturen (wie die Anbindung des Passeiertales an die Schnellstraße Meran - Bozen).

Ziel des Projektes ist es, nicht nur die diskutierten Straßenbauvorhaben zu untersuchen, sondern sämtliche Verkehrsträger und Nutzergruppen zu berücksichtigen, um zu einer gesamthaften Verkehrslösung für Meran zu kommen. In einem ersten Schritt werden Maßnahmenpakete definiert, die eine Lösung für einen Teilbereich der Verkehrsproblematik bieten (z. B. Radverkehr, Ruhender Verkehr im Stadtzentrum, etc.). Die Massnahmenpakete werden in weiterer Folge hinsichtlich ihrer erwartbaren Auswirkungen auf die Stadt Meran und ihr Umfeld geprüft.

Entwicklung eines Bewertungsverfahrens

Für die wertende Beurteilung der definierten Maßnahmenpakete wird ein Verfahren auf Basis der Wirkungsanalyse angewendet. Wesentliches Methodenelement hierbei ist der Aufbau eines auf die konkrete städtebauliche Situation angepassten Zielkatalogs. Das bestehende Leitbild Meran findet hier Einfluss. Über die Beurteilung von Wirkungsbeziehungen wird das Maß der Zielerfüllung in den festgelegten Haupt- und Unterzielen abgebildet. In die Entwicklung der Prüfziele wird die Bevölkerung Merans mit eingebunden.

Durch Bürgerforen und eine Internet-Plattform erfolgt die unmittelbare Mitarbeit der von der Verkehrsplanung letztlich betroffenen Öffentlichkeit.

Die Massnahmenpakete werden in weiterer Folge in Hinblick darauf untersucht, wie gut sie den räumlichen Entwicklungszielen entsprechen bzw. welche Stärken und Schwächen sie aufweisen. Da die Massnahmenpakete immer nur auf die Lösung eines Teilbereichs der Verkehrsproblematik ausgerichtet sind, kann keines der Pakete allein alle Anforderungen erfüllen.

Daher wird nachfolgend auf Basis der Beurteilungsergebnisse eine Strategie-Empfehlung für eine zukünftige Verkehrslösung für Meran erarbeitet, die aus fachlicher Sicht geeignete Kombinationsmöglichkeiten umfasst.

Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit

Der Bewertungs- und Auswahlprozess wird laufend mit Bevölkerung und Interessensvertretern rückgekoppelt. Als Informationswege neben Presse und Fernsehen werden hierfür Bürgerforen, Postwurfsendungen sowie eine Internet-Plattform eingesetzt. Durch die gezielte Einbindung der Bevölkerung in das Bewertungsverfahren, soll eine breite Konsensfindung bezüglich des Ergebnisses möglich sein.


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