Natura-2000-Managementplan Naturpark Schlern-Rosengarten

Auftraggeber: Autonome Provinz Bozen - Südtirol, Abteilung 28 Natur und Landschaft, Amt für Naturparke
Art: Managementplan für ein Schutzgebiet; Grundlagenerhebung zu Lebensräumen und Arten; Konfliktanalyse, Zustandsbewertung, Zielplanung, Maßnahmenplanung, Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit
Planung: 2002– 2005

Leistungen RaumUmwelt®Planungs-GmbH:

Planausschnitt
  • Datenaufbereitung
  • Erhebungsdesign
  • Geländeerhebungen zur Lebensraumkartierung
  • Planerstellung, Projekt-GIS, Themenkarten
  • Datenbank-Architektur, Anwendung, Optimierung
  • Bewertung Erhaltungszustand, Zielplanung, Maßnahmenplanung
  • Präsentation des Projektes

Projektbeschreibung:

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Der Natura-2000-Managementplan für den „Naturpark Schlern-Rosengarten” hat zur Aufgabe, den aktuellen und den zu erwartenden Zustand der Lebensräume zu bewerten sowie Maßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume und der Arten festzuschreiben. Der Managementplan stellt ferner die Grundlage für die vorgesehene, periodische Berichterstattung an die Europäische Kommission dar.

Projektgebiet:

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Das Natura-2000-Gebiet „Naturpark Schlern-Rosengarten” befindet sich im Südosten der Provinz Bozen, am westlichen Rand der Dolomiten. Das Gebiet hat Anteil an den Landschaftseinheiten der „Waldzone“ und des „Alpinen Bereichs“ (Hochlagen) gemäß dem Landschaftsleitbild Südtirol. Aufgrund seiner günstigen Lage und der naturräumlichen Ausstattung überwiegen almwirtschaftliche und touristische Nutzungen. Die Südtiroler Landesregierung erklärte das Gebiet um das Schlernplateau bereits Jahr 1974 zum ersten Naturpark Südtirols.

Mit Hilfe von geologischen, morphologischen und biotischen Kriterien wurden im Naturpark Schlern-Rosengarten fünfzehn Teilgebiete unterschieden. Diese sind sowohl topographisch als auch bzgl. ihres biologischen Inhalts voneinander unterscheidbar und lassen sich folglich auch gut planerisch bearbeiten. Die Raumeinheiten wurden bezüglich ihrer Ausstattung mit Lebensräumen vergleichend analysiert. In einem weiteren Bearbeitungsschritt wurden den Teilgebieten Werte für die Naturnähe zugeordnet.

Bewertung Zustand Lebensräume und Arten

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Im Naturpark Schlern-Rosengarten kommen 18 FFH-Lebensraumtypen aus sechs FFH-Großeinheiten der FFH-RL vor. Sie erstrecken sich über 6.084 ha ein, das sind 83,5% der Naturparkfläche. Die größten Flächenanteile nehmen montane und subalpine Fichtenwälder, Kalkfelsen sowie das natürliche und naturnahe Grasland ein. Weiter Anteile besitze Latschenfelder, Süßwasserlebensräume und Hoch- und Niedermoore.

3.943 ha oder 65% der FFH-Lebensraumfläche weisen einen sehr guten Erhaltungszustand auf. Einen guten Erhaltungszustand weisen 1.993 ha oder 33% der FFH-Lebensraumfläche auf. Durch verschiedene Einflüsse aus stattfindenden Nutzungen kommt es zu Störungen der ökologischen Funktionsfähigkeit dieser FFH-Lebensräume. 148 ha oder 2% der FFH-Lebensraumfläche weisen hingegen einen mittleren bis schlechten Erhaltungszustand auf.

Zielplanung und Maßnahmenplanung

Interessensgruppen

Für 42% der FFH-Lebensraumfläche wurde das Ziel „Erhalten – ohne Pflege” festgelegt. Es sind dies Lebensräume, deren sehr guter Erhaltungszustand ohne jegliche Pflegeeingriffe, jedoch mit laufenden Schutzmaßnahmen sichergestellt ist. 50% der FFH-Lebensraumfläche sind nach dem Ziel „Erhalten – mit Pflege” durch ein Fortführen der Bewirtschaftung zu erhalten. Für 8% der FFH-Lebensraumfläche wurde das Ziel „Entwickeln” festgelegt. Diese Lebensräume bedürfen aufgrund ihres mittleren oder schlechten Erhaltungszustandes grundlegender Veränderungen hinsichtlich Schutz, Pflege und Bewirtschaftung.:

GIS-gestützte Datenbank

Planausschnitt

Mit einer für das Pilotprojekt entwickelten Access-Datenbank war die umfassende Dokumentation aller Geodaten (Projekt-GIS) möglich. In weiterer Folge konnten verwaltungstechnisch wichtigen Abfragen, Flächenbilanzen und thematische Verschneidungen zum gesamten Datenstand des Managementplans durchgeführt werden. Die von RaumUmwelt entwickelte Datenbank wurde als Daten-Standard der aller weiteren Natura-2000 Managementpläne der Provinz Bozen übernommen.


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