Bahnstromversorgung Koralmbahn Graz – Klagenfurt Systemauswahl

Auftraggeber: ÖBB Infrastruktur Bau AG
Art: Systemauswahl zur Grobkonzeption der 110 kV-Bahnstromversorgung der Koralmbahn zwischen den Unterwerkstandorten Werndorf und Oberfischern
Länge: ca. 100 km
Planung: Juli 2007 – Dezember 2008
Daten: Grundlagendaten zu räumlichen Gegebenheiten im Untersuchungsraum

Leistungen RaumUmwelt®Planungs-GmbH:

In der Arbeit wurden von RaumUmwelt®Planungs-GmbH in einem interdisziplinären Team folgende Leistungen erbracht:

  • Koordination der unterschiedlichen Fachbereiche im Rahmen des Auswahlprozesses
  • Festlegung der Beurteilungsmethodik für die Systemauswahl für alle Fachbereiche
  • Nachführung einer Korridorauswahl für das System „Freileitung auf eigenem Gestänge“ zur Bahnstromversorgung der Koralmbahn aus dem Jahr 2001 (Fachbereiche Raumordnung und Wirtschaftlichkeit)
  • Ermittlung des Prüfumfanges für den Fachbereich Raumordnung (Siedlungswesen, Freizeit und Erholung, Orts- und Landschaftsbild sowie Naturraum und Ökologie)
  • Erhebung und Aufbereitung der Grundlagendaten im Fachbereich Raumordnung im Kärntner Teil des Untersuchungsraums
  • Abschnittsweise Beurteilung von Energieversorgungssystemen im Fachbereich Raumordnung ( Siedlungswesen, Freizeit und Erholung, Orts- und Landschaftsbild sowie Naturraum und Ökologie) im Kärntner Teil des Untersuchungsraums
  • Zusammenführung der Ergebnisse aller Fachbereich in einer Gesamtbeurteilung
  • Durchführung einer Sensitivitätsanalyse zur Überprüfung der Stabilität des Gesamtergebnisses
  • Erstellung eines Projektberichtes sowie von Beilagen zum Projektbericht (Pläne und ergänzende Berichte)
  • Erstellung von Präsentationsunterlagen für Projektteamsitzungen

Beschreibung:

Bahnstromversorgung

Bei der Systemauswahl zur Bahnstromversorgung der Koralmbahn wurden u. a. folgende Systeme zur Stromversorgung der Koralmbahn in einem mehrstufigen Auswahlprozess miteinander verglichen:

  • Freileitung auf eigenem Gestänge
  • Freileitung auf einem Gemeinschaftsgestänge mit bestehenden Freileitungen
  • Freileitung als Bündelung mit der Oberleitung der Koralmbahn
  • Kabel
  • Systeme mit einer Kooperation mit anderen Energieversorgern

Im Zuge der Methodenentwicklung für diesen Auswahlprozess wurde von RaumUmwelt eine Reihe von methodischen Detailfragen behandelt. Vor allem der Umstand, dass die verschiedenen Systeme mit einigen Ausnahmen beliebig miteinander kombinierbar sind, erforderte ein speziell für dieses Projekt maßgeschneidertes Bearbeitungskonzept.

Schließlich wurde nach einer Vorauswahl von Systemen anhand von energietechnischen Musskriterien (Bearbeitung durch das Institut für elektrische Anlagen der TU Graz) ein nutzwertanalytischer Zugang gewählt, mit dem so genannte Referenzprojekte (Systeme mit einem grob definierten Verlauf im Untersuchungsraum) in den Fachbereichen Energietechnik und Raumordnung beurteilt wurden. Durch eine Unterteilung des Untersuchungsraums in Abschnitte und Teilabschnitte wurde die angesprochene Kombinierbarkeit der Referenzprojekte zu den einzelnen Systemen im Rahmen des Beurteilungsprozesses ermöglicht.

In weiterer Folge konnten durch Kombination der beurteilten Referenzprojekten in den Teilabschnitten insgesamt 194 Varianten gebildet und der vorläufige Gesamtnutzwert für jede der Variante in den Fachbereichen Energietechnik und Raumordnung ermittelt werden. Auf Basis dieser Gesamtnutzwerte wurde eine zweite Vorauswahl – diesmal auf Ebene der Varianten – getroffen.

Die derart vorausgewählten Varianten wurden in einem darauffolgenden Beurteilungsschritt in den Fachbereichen „Netz“ sowie „Wirtschaftlichkeit“ beurteilt, wobei im Fachbereich Wirtschaftlichkeit die Investitionskosten in absoluten Zahlen ermittelt wurden.

Im Rahmen der zusammenfassenden Gesamtbeurteilung wurde schließlich für die vorausgewählten Varianten ein Nutzen-Kosten-Verhältnis im Sinne einer Kosten-Wirksamkeits-Analyse sowie einer Rangreihung gebildet.

In einer abschließenden Sensitivitätsanalyse wurde die Stabilität des Auswahlergebnisses überprüft, wobei eine ausreichende Stabilität festgestellt werden konnte. Auf Basis der oben genannten Rangreihung konnte schlussendlich eine fachlich fundierte Systemempfehlung für die Bahnstromversorgung der Koralmbahn abgegeben werden.

Projektkoordination mit dem Auftraggeber und Projektpartnern

Die Bearbeitung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und den Projektpartnern. Hier mussten v. a. die unterschiedlichen Interessenlagen seitens des Auftraggebers (unterschiedliche Geschäftsbereiche der ÖBB Infrastruktur Bau AG) im Rahmen des Auswahlprozesses miteinander abgestimmt werden.

Ergebnis

Das Ergebnis war eine strategische Entscheidung über die Umsetzung einer 110 kV-Bahnstromleitung zur Versorgung der Koralmbahn mit Energiestrom. Die ausgewählte Variante umfasst eine Kombination aus einer Freileitung als Bündelung mit der Oberleitung der Koralmbahn, einem Kabel (im Koralmtunnel) und einer Freileitung auf eigenem Gestänge.


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